Mietobjekt für Fotostudio finden

Fotostudio © Foto-Ruhrgebiet - Fotolia.com

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Fotografieren wird immer beliebter, in der Freizeit hat man immer irgendwie eine Kamera dabei, wenn auch nur im Handy integriert. Wenn man das Hobby zum Beruf gemacht hat, fällt oft die Suche nach einem Atelier an.

Der Markt für Gewerberäumlichkeiten ist mit dem Aufkommen überregionaler Suchportale für Immobilien deutlich in Bewegung geraten. Bei der Suche nach einem geeigneten Mietobjekt für ein Fotostudio sollte man also schnell fündig werden. Allerdings sollte man dabei natürlich auch nicht das nächstbeste Angebot annehmen, sondern auf einige Faktoren achten. Vor allem, wenn das Fotostudio auf Laufkundschaft setzt, ist eine gute Lage sehr wichtig. Optimal ist, wenn das Studio in einer Einkaufsstraße oder sonstigen sehr belebten Straße gelegen ist. Wenn das Fotostudio eher auf Werbe- oder Industriekunden ausgerichtet ist, sollte eine gute Verkehrsanbindung gegeben sein, nahe oder in einem Gewerbegebiet liegen und es sollten auch ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen.

Dann sollte man sich die Räumlichkeiten genau ansehen, vor allem die Deckenhöhe ist wichtig. Wenn bei Ganzkörperfotografie ein Hintergrundsystem aufgehangen werden soll, ist eine Mindestraumhöhe von 3 Metern ratsam. Die Länge des Raumes sollte eine ausreichende Aufnahmeentfernung ermöglichen und die Breite sollte Platz für die Blitzstative bereit halten. Wenn größere Objekte, wie etwa Autos fotografiert werden, sind natürlich größere Maße erforderlich. Bezogen auf die Fenster muss jede_r Fotograf_in selbst entscheiden, ob mit Tageslicht gearbeitet werden soll, also große Fenster bevorzugt werden, oder ob man die Fenster eh abkleben wird.

Eine Klimaanlage ist dann sinnvoll, wenn das Studio durch die Lichter besonders schnell aufgeheizt wird und nur schlecht gelüftete werden kann. Die Lage im Erdgeschoss mit großem Eingang kann deutliche Vorteile bieten, wenn mit großen, sperrigen Objekten gearbeitet wird. Mindestausstattung ist ein Waschbecken und eine Toilette. Letztendlich muss also individuell nach Ansprüchen entschieden werden, was man braucht und natürlich auch, was man sich leisten kann.

Die Fotoschau ‘Weltbilder’

Bis zum 13. November 2011 haben Kunst- und Fotografie-Begeisterte noch die Möglichkeit, im Helmhaus Zürich die vierte Ausgabe der Fotoschau „Welt-Bilder“ zu besuchen. Seit vergangenem Freitag läuft die Austellung bereits, die Fotografien von Darren Almond, Edward Burtynsky, Georg Gatsas, Aglaia Konrad, Uriel Orlow, Beat Streuli, Mette Tronvoll und Ester Vonplon zeigt. Das Helmhaus liegt mitten in der Züricher Innenstadt und widmet sich zeitgenössischer Kunst, hauptsächlich von Schweizer Künstlerinnen und Künstlern oder von Kunstschaffenden, die in der Schweiz leben. Montags ist das Museum geschlossen, sonst immer zwischen 10 bis 18 Uhr geöffnet, Donnerstags sogar bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. Zahlreiche Führungen, Gespräche, Filmabende und Konzerte begleiten die „Welt-Bilder“. Auch für Kinder gibt es spezielle Führungen mit praktischen Teilen zum Mitmachen.

Seit 2005 präsentieren die Kuratoren Andreas Fiedler und Simon Maurer die Austellungsreihe, die handverlesene Fotokünstler zur Schau stellt. Dabei geht es sowohl um eine Geschichtsschreibung durch Fotografien, als auch um die persönliche Bildsprache und das Weltbild der Künstler. Dabei stehen eher subtile Werke im Mittelpunkt: Diese wirken jedoch häufiger effektiver und machen erheblich betroffener, als großformatige Katastrophen-Bilder.

Den Auftakt zur Austellung setzt der kanadische Fotograf Edward Burtynsky mit einer Fotografie einer australischen Silbermine. Seit drei Jahrzehnten widmet er sich bereit der Gewinnung von Rohöl, die langsam unseren Planeten zerstört: Er fotografiert Abbaugebiete, Fabrikationsbetriebe und Müllhalden.

Beaut Streulis zeigt Autofahrer in Rotlicht-Vierteln: Distanziert, fast unmenschlich wirken seine Figuren. Die Österreicherin Aglaia Konrad verzichtet gänzlich auf Menschen und fotografiert urbane Wüstenlandschaften: Fast erdrückt wird man von den häßlichen Entwürfen einfallsloser Stadtplaner und dem überall vorherrschenden Betonklötzen. 

Bündner Castrich wurde kürzlich von der „EWZ-Fotoselection“ ausgezeichnet und ist mit Aufnahmen von verlassenen Hütten dabei. Ähnlich beeindruckende Fotografien stammen vom Züricher Uriel Orlov, der eine von einem Erdbeben zerstörte armenische Stadt vor die Linse nimmt.

Die Lomografie

Unter Lomografie versteht man eine gewisse Stilrichtung beim Fotografieren, nämlich das „lässige“ Fotografieren von Schnappschnüssen – mit professioneller Fotokunst hat die Lomografie also zunächst nichts zu tun. Der Begriff kommt von der Kleinbildkamera „Lomo Compact Automat“, kurz LC-A, die in der ehemaligen Sowjetunion die einzige Kamera mit Sucher und Innenlichtmessung war. Die Idee hinter der Kamera war, dass jeder Bürger der Sowjetunion seine eigene Kamera besitzen sollte, um die Schönheit seines Landes festhalten zu können. Wirklich wurde die Kamera, die nicht gerade sehr zuverlässig arbeitete und eine ziemlich schlechte Bildqualität hatte, millionenfach verkauft.

Dennoch gibt es eine Kunstform der Lomografie. Im Juni 1992 wurde die „Fotoinitiative Lomographische Gesellschaft“ in Wien gegründet. Ihr Ziel war es, einen neuen, ungeplanten Blick auf die Welt durch schnelle und unüberlegte Schnappschüsse zu bekommen. Diese bunten Fotos wurden dann auf großen Stellwänden, so genannten Lomowänden, ausgestellt. Obwohl die LC-A bereits in den 90iger Jahren technisch veraltet war, wurde sie durch den Lomografie-Boom bis 2005 produziert. Auch neue Kameratypen mit Vierfach- bis Neunfachobjektiven oder Fischauenobjektiven wurden entwickelt. Mittlerweile existieren überall auf der Welt lomografische Gesellschaften. 

Ein neuer Trend, der sich aus der Lomografie entwickelt hat, ist die so genannte Digigrafie – also Schnappschnüsse mittels preiswerter Digitalkameras. Oft finden sich im Internet digitale Fotoblogs, die das Erbe der Lomografie weitertragen. Doch für traditionelle Lomografie-Künstler kommt es natürlich nicht in Frage, auf den analogen Charme der alten Kameras zu verzichten. Wichtiges Merkmal der Lomografie ist schließlich, technisch unausgereift zu sein und übertrieben bunte, recht verwackelte Fotos zu schießen. Am besten eignet sich dafür eine schlechte 32-Millimeter-Weitwinkeloptikel, die besonders kontrastreiche und farbenfrohe Bilder liefert. Auch die Modelle mit Mehrfachobjektiven erfreuen sich unter Lomografie-Profis großer Beliebtheit, da sie in kurzem Zeitabstand direkt mehrere Bilder knipsen und so direkt mehre Aufnahmen des gleichen Motivs entstehen.

Politik und Kunst: Der Fotograf Alexander Rodtschenko

Alexander Rodtschenko (1896-1956) ist ein sowjetischer Fotograf der etwas anderen Art. Er war Maler, Bildhauer, Grafiker und eben Fotograf, der die Fotografie in ein neues Zeitalter gebracht hat. Der Konstruktivismus war das Maß seines Handels. So wurden das Bewusstsein, die Erfahrung, das Ziel, Mathematik, Technik, Industrie und Konstruktion groß geschrieben.

Rodtschenko selbst verstand sich als einen Künstler-Ingenieur, der jeden malerischen Aspekt in seiner Fotografie überwinden wollte, der zu seiner Zeit noch sehr verbreitet war. Die Fotografie soll sich revolutionieren, denn die Welt habe sich auch revolutioniert. Mehrgeschossige Häuser, Werkanlagen, Fabriken, Massenaufmärsche seien nur mit den Mitteln der Fotografie ins richtige Bild zu bringen.

Das besondere an Rodtschenkos Fotografien sind die verschiedensten Auf- und Untersichten, die durch perspektivische Verkürzungen entstehen. Er arbeitete mit Diagonalen, mit extremen Nahaufnahmen und ungewohnten Bildausschnitten. So ist beispielsweise das Bild „Trompetender Pionier“ zu nennen. Von ganz unten und ganz nah sieht man den Mann. Das Kinn, die Trompete, die blasenden Backen und die nahezu geschlossenen Augen sieht man aus einem Winkel, der einen erstmal skurril erscheint. Noch heute, mehr als 80 Jahre nach dem Aufnehmen, rufen diese Bilder bei dem Betrachter noch Erstaunen und Bewunderung hervor.

Mittlerweile gelten Aufnahmen dieser Richtung als formalistisch und dekadent. Solche Ausdrücke hätten zu Rodtschenkos Zeit zu einer Verurteilung führen können. Rodtschenko selbst wurde nie verurteilt, bliebt aber auch ausschließlich als Fotoreporter tätig. Er dokumentierte Sportanlässe, Paraden der Roten Armee, Massenveranstaltungen und Zirkusvorstellungen. Hier spielt er weniger mit verschiedenen Perspektiven, sondern mehr mit Unschärfen. Eine seiner Reportagen über den Bau des Weissmeer-Ostseekanals von 1933 wirkt äußerst distanziert. Die Arbeiter, darunter viele Häftlinge, wirken eher wie Ameisen. Hier wird niemand deutlich und ausdrücklich gezeigt.

W. Eugene Smith

Wer ist eigentlich W. Eugene Smith? So oder so ähnlich stellen sich bestimmt viele die Frage. Muss man ihn kennen? Die Antwort ist, definitiv ja. Und das nicht nur weil seine Fotografien in Berlin im Martin-Gropius-Bau ausgestellt werden, sondern weil er tatsächlich fantastische Bilder machte.

Der Künstler, der bereits vor über 30 Jahren verstorben ist, fesselt noch immer die Menschen mit seinen Bildern, die sich auf der Suche nach der Wahrheit befinden. So hat es W. Eugene Smith einmal beschrieben. Er war ein politisch und sozial engagierter Fotograf, der in den 40er bis 50er Jahren ganz neue Maßstäbe der Fotojournalistik setzte. Vom 25.09.2011 bis zum 27.01.2011 zeigt der Martin-Gropius-Bau mehr als 200 Bilder des Fotografen und Künstlers.

Foto von W.E. Smith, Foto: arquitetando_flickr

Foto von W.E. Smith, Foto: arquitetando_flickr

Schon früh war für den Studenten der Fotografie an der University of Notre Dame und am New York Institute of Photography klar, dass es für ihn nichts anderen geben wird als die Fotografie. Der talentierte W. Eugene Smith veröffentlichte bereits nach seinem Studium Aufnahmen in den bekanntesten Magazinen wie der ‘Time’ oder auch der ‘Life’. Später arbeitete er als Kriegsfotograf. Diese Arbeit brachte ihn an Orte, an die kein Mensch freiwillig möchte. Anstatt den Krieg und die Kämpfe abzubilden, schoss Smith das Leid der Menschen und löste auf der ganzen Welt Gefühle aus.

Das besondere an der jetzigen Ausstellung in Berlin ist die Auswahl seiner Arbeiten. Hier finden sich viele unbekannte Bilder, die Smith zu seinen Lebzeiten nicht berücksichtigt hatte. Zu dieser Auswahl zählen die Bilder ‘Pittsburgh’ (1955) und ‘Hebamme’ (1951), so wie viele weitere Serien von W. Eugene Smith. Eine seiner ausgiebigsten Serien ist ‘Das spanische Dorf’, in der das Leiden der Menschen in Spanien nach dem Krieg aufgezeigt wird.

Diese Retrospektive des einzigartigen Künstlers ist eine Erfüllung für die Augen und den Geist.