Diane Arbus – Ausstellung in Berlin

© Anibal Trejo - Fotolia.com

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Ein fast abnormal abgemagerter Junge starrt in die Kamera, sein Kiefer ist verzerrt, sein ganzer Körper angespannt. In der rechten Hand hält er eine Granate. Das nächste Bild zeigt einen Transvestiten, die Augenbrauen sind etwas zu weit über ihrem normalen Platz nachgemalt, im Haar Lockenwickler, in der rechten Hand eine Zigarette. Die Lippen des jungen Mannes sind leicht geöffnet, der Blick sagt „So ist das nun mal.“. Zwei der berühmtesten Portraits von Diane Arbus hängen zur Zeit im Martin-Gropius-Bau in Berlin in einer Retrospektive der amerikanischen Fotografin. Zusammen erzählen sie vom Sujet Arbus, die 1923 in New York geboren wurde und sich 1971 umbrachte. Anfangs arbeitete sie vor allem als Modefotografin, bevor sie beschloss mit Hilfe ihrer Fotografie Dinge zu zeigen, die den meisten Menschen verschlossen blieben, von denen sie sich sicherlich auch selbst abwanden.

Drag-Queens, geistig und körperlich Behinderte, Alte, Circus-Freaks. Menschen an der Peripherie der Gesellschaft, die in ihren Etablissements und Heimen auch räumlich von der Normalität des Lebens abgetrennt und weggeschlossen wurden. Mit ihren Fotos dringt Arbus in diese Normalität ein und präsentiert die „Freaks“ und Außenseiter nicht in ihrer Rolle als etwas, das es in der Manege zu bestaunen gilt. Sondern abgeschminkt, als Teil der Normalität und nicht als Ausrutscher der Natur. Als wichtigster Schaffenszeitraum der Fotografin sind die 50er und 60er Jahre festzulegen, zwischen Vietnamkrieg und beginnender sexueller Befreiung und Emanzipation. Die Ausstellung im Gropius-Bau ist auf Fotografien aus diesen Jahren beschränkt. Dabei bleiben die Bilder für sich und sind nicht chronologisch, oder thematisch sortiert. Nur eine Strecke aus einem Heim für geistig Behinderte steht für sich. Wenn Diane Arbus ihre Werke nicht extra benannt hat, bleiben sie namenlos. Doch auch die von der Fotografin gewählten Titel sind eher deskriptiv, der Betrachter bleibt mit einer weiteren Interpretation für sich.

In den letzten beiden Räumen der Ausstellung findet sich eine Einführung in Arbus Leben und ihre Karriere als Fotografin. Dabei beeindrucken vor allem Arbus kurze gedankliche Reflexionen über das Leben und ihre Arbeit. In einem weiteren Raum gibt es die Möglichkeit in einigen Materialien zu recherchieren. Noch bis Ende September zeigt der Martin-Gropius-Bau in Berlin Diane Arbus Fotografien. 

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