Nikon 1 V1 im Test

Die Digitalfotografie ist seit Jahren im Kommen. Was können die neuen Modelle, was die Digitalkameras erster Stunde noch nicht konnten? Hier nun einiges zur Nikon V1, der großen Schwester der beliebten Nikon J1.

Beide Kameras weisen wenig überraschend ziemlich vergleichbare Ergebnisse auf, schließlich arbeiten sie auch mit demselben Sensor mit 10 Megapixeln und demselben 10 bis 30 Millimeter Zoom. Die Unterschiede zwischen kleiner und großer Schwester betreffen also nicht die Bildqualität, sondern die Ausstattung. Auflösung, Schärfe, Vignettierung, Verzeichnung und Farbsäumung sind dieselben. Damit stellt sich Nikon gegen den Trend vieler namhafter Hersteller, die ihre Einsteigerkameras meist knackiger abstimmen als die Experten-Geräte.

Grenzen der Bildqualität fallen bereits ab ISO 400 auf: Die Rauschunterdrückung muss einige Helligkeits- und Farbfehler ausgleichen. Auch die Korngröße ist überraschend groß. Bis ISO 800 lassen sich die Bildungenauigkeiten mit der Rauschunterdrückung hinnehmen, natürlich mit teils verfälschten Farben und einem ungenauen Weißton.

Noch problematischer wird es, wenn mit einem großen Objektiv gearbeitet wird – der Zehnfachzoom 1-Mount VR 10-100 4.5-5.6 PD-Zoom etwa. Dieses riesige Objektiv benötigt bei einer so handlichen Kamera wie der Nikon V1 oder J1 meist noch ein Stativ – dabei zeigt Nikon eine deutliche Schwäche, nämlich kein vorhandenes Stativgewinde am Objektiv. Stattdessen muss meist noch ein passender Adapter gekauft werden, der dann zwischen Stativ und Kamera geklemmt wird. Besonders unbefriedigend bei der Zusammenarbeit von Nikons Digitalkameras und einem Zoom-Objektiv ist die Verzeichnung – im Weitwinkel beträgt sie gerade noch hinnehmbare 3 Prozent, spätestens bei mittlerer Breite kippt die Verzeichnung in eine sehr deutliche und störende Kissenform und im Telebreich beträgt sie viel zu hohe 2,5 Prozent. Auch die Farbsäume des Objektivs ist mit ein bis zwei Pixeln Umfang viel zu grob, vor allem, da die Nikon J1 nur eine Auflösung von 10 Megapixeln aufweist. Wer also mit der Nikon mit Objektiven arbeiten will, sollte vorsichtig sein und im Vorfeld klären, ob die gewünschten Objektive überhaupt gemeinsam mit der Kamera harmonieren.

Die US-Konzeptkünstlerin Taryn Simon

Taryn Simon, Foto von Hubert Burda Media/flickr.com

Taryn Simon, Foto von Hubert Burda Media/flickr.com

Die US-Konzeptkünstlerin Taryn Simon stellt zurzeit in der Neuen Nationalgalerie in Berlin ihr neustes Werk aus. Dabei handelt es sich um den Fotozyklus “A Living Man Declared Dead” welchen sie sich über 4 Jahre lang erarbeitete. Dabei zeigt sie in 18 Kapiteln mit Hilfe von Fotos und Texten verschiedene Geschichten auf der ganzen Welt. 

Unter anderem geht es zum Beispiel um Menschen in Tansania, die aufgrund einer Erbkrankheit als Albinos gelten. Diese werden von den anderen Menschen gejagt, da ihre Körperteile und Organe als magisch gelten und heilige Kräfte haben sollen. Bei einem anderen Kapitel geht es um Kaninchen. Genauer gesagt um die Kaninchen welche 1859 zu Jagdzwecken nach Australien gebracht wurden und sich dort unerwarteter Weise explosionsartig vermehrten. Nun sollen selbst gezüchtete Viren dafür sorgen, dass die Kaninchen sterben und man somit die Population kontrollieren könne. Ein drittes Beispiel dürfte zugleich der Namensgeber für die Ausstellung sein. Dabei handelt es sich um einen Mann welcher bei einer öffentlichen Grundbucheintragung stutzt, da er genau wie seine beiden Brüder schon lange für tot erklärt ist. Grund dafür war die Habgier seiner Verwandten, welche einfach mehr erben wollten und sie somit auf dem Papier aus dem Weg schafften.

Diese und noch 15 weitere Geschichten sind nun in Berlin vom 22. September bis 1. Januar 2012 zu bestaunen. Das erstaunlichste an den Bildern ist, dass Simon nicht etwas versucht zu schockieren, sondern viel mehr beiläufig durch ihre nüchternen Fotos aufklären möchte um somit den Menschen zu zeigen wie es auf der Welt unter anderem zugeht.

Diese Ausstellung ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Ein weiterer Grund dafür ist, dass Simon diese Studie über 4 Jahre betrieb und somit bei allen Geschehnissen über einen längeren Zeitraum bzw. mehrmals anwesend war und somit auch tatsächlich einen Einblick in diese Welt bekam.

Joel Sternfeld-Ausstellung in Essen

Joel Sternfeld ist uns in Deutschland erstmal nicht unbedingt ein Begriff. In Amerika gilt er aber als einer der größten Chronisten seiner Zeit, der vom seinem Traum der Freiheit und dem Glauben an die Zukunft mit seinen Fotografien erzählt.

1978 bekam der talentierte Joel Sternfeld ein Stipendium vom Guggenheim Museum und reiste mit seinem VW-Bus durch die Vereinigten Staaten, um seine Eindrücke mit einer Großbildkamera fest zu halten. Er stellte sich die Frage, ob die Amerikaner nach Vietnam, Watergate und Präsident Nixon ihre Unschuld verloren hatte.

Insgesamt neun Jahre arbeitete er an seinem Projekt und fuhr weiter durch die USA. Er fing Bilder ein, die das Bröckeln der Fassade der Menschen einfing, deren Seele aber noch vorhanden war. Es sind klassische Motive, die er zeigt. Beispielsweise hat er einen Feuerwehrmann fotografiert, die auf dem Markt einen Kürbis für seine Familie aussucht, während im Hintergrund eines der typischen amerikanischen Holzhäuser in Flammen steht. Solche Motive sind für Sternfeld typisch. In den Photos findet man den Amerikanischen Traum von Freiheit und Unabhängigkeit, vom Eigenheim, vom Glaube an die Zukunft, an Wohlstand und Neuerung immer wieder. Irgendwie wird immer die Natur mit eingebracht, was zeigen soll, dass diese immer dominieren wird, auch wenn die Gesellschaft noch so fortschrittlich ist.

Der mittlerweile 67-jährige New Yorker beherrscht das Farbenbild perfekt. Er beherrscht das Spiel mit den Farben so, dass nichts in den Vordergrund tritt und andere Details im Bild verschwinden. Das Bild bleibt in seiner Gesamtheit komplett erhalten.

Zur Zeit findet eine seiner Ausstellung im Essener Museum Folkwang statt, die zu seinen persönlichsten in seiner Karriere gezählt werden kann.  

Fotoausstellung “Much like Zero”

Foto-Quelle: Flickr/Jürg

Foto-Quelle: Flickr/Jürg

Shirana Shahbazi zeigt ihre neue Ausstellung „Much like Zero“ im Fotomuseum in Winterthur, nicht weit von ihrer neuen Heimat Zürich. Nach Zürich ist sie schon während ihres Studiums gezogen, nachdem sie in Dortmund studiert hatte. Die gebürtige Iranerin verbindet mittlerweile in ihren Fotografien abstrakte und figurative Ideen.

Auf dem Bild „Frucht“ ist ein knallroter Apfel mit einigen Blättern zu sehen. Der Hintergrund besteht aus einer abstrakten Gelben Raumecke. Denkt man sich den Apfel weg, dann sieht man nur die gelbe Ecke – ein Mosaik aus Flächen. Mit dem Apfel ist es jedoch ein nahezu klassisches Stillleben. Die Abstraktheit ist jedoch so präsent, wie ein zweites, eigenständiges Bild.

Diese Ausstellung von Shirana Shahbazi zeigt, wie sehr die Grenzen zwischen bildlicher und abstrakter Ebene verlaufen. Mittlerweile beschäftigt sie sich schon seit zehn Jahren mit dieser Art der Fotografie. So hat sie in diesem Jahr zwei ganz besondere Bilder angefertigt. Einem Bild aus vielen verschiedenen mosaikartigen, bunten Flächen steht ein anderes, ähnliches Bild gegenüber. Hier liegen auf dem mehrfarbigen Untergrund zwei dreidimensionale Kugeln, die den Betrachter förmlich anspringen, weil das Auge noch durch das Vorherige Bild an die Flachheit gewöhnt ist. So fühlt man nun förmlich die Kugeln.

Bekannt geworden ist Shahbazi eigentlich durch Portraits und Straßenansichten ihrer Heimat. In ihren Arbeiten experimentierte sie schon mit Landschafts-und Stadtbildern, mit Stillleben, Porträts, Historienmalerei und Wandteppichen. Diese Wandteppiche lässt sie von besonderen Webern knüpfen. Mit anderen Arbeiten ging sie auch schon ähnlich vor. Sie ließ da ihre Fotografien als Poster drucken und dann in schwarzweiß kopieren und zu Bildteppichen verknüpfen. Durch das Abmalen iranischer Porträts, imitierte sie die Form der Werbemalerei, die hierzulande nahezu ausgestorben ist.